10.04.17, 17:15
Moin,
ich habe damals Autos gefahren wie W110, W111, W108, W109, und W116. Damals gab's ja keine Elektronikprobleme (okay, der 116er hatte bereits ein Steuergerät, aber das war's dann auch), dafür war man empfänglich für alles mechanische. Ich habe 4 oder 5 Motoren wegen Lagerschaden ersetzen müssen, und das war damals irgendwie normal. Aus dieser Zeit stammt ja auch die Öldruckanzeige, die dann zum Markenzeichen wurde, und die hatte ich - genauso wie die Wassertemperatur - immer im Auge. Man hatte die Eckwerte abrufbereit im Kopf - Leerlauf kalt 3, Leerlauf warm 1 komma nochwas, und ab 1500/200 Touren immer 3 am Anschlag. Wichtig war dabei die Reaktionszeit des Zeigers beim Gasgeben aus dem Leerlauf heraus, das muss zack-zack gehen, ging er nur langsam hoch, dann war mindestens ein Lager - Haupt oder Pleuel - dabei sich zu verabschieden.
Heute sind Lagerschäden zwar erheblich seltener, aber nicht ausgestorben. Gründe können sein - auch in Kombination - hohe Laufleistung, überzogene Ölwechselintervalle, schlechtes (d.h. betrügerisches Öl, kommt in den USA immer wieder vor), hohe Drehzahlen des kalten Motors, wiederholter Ölwechsel ohne Filtertausch, und wohl auch noch einige andere wie z.B. unfachmännische Motorüberholung.
Die Öldrücke im Kaltbereich sind heute leicht anders als damals, hat u.a. mit den besseren Kälteeigenschäften der Motoröle zu tun. Leerlauf kalt 2 halte ich für noch okay, und warm kann er unter 1 abfallen. Wichtig ist dabei aber, dass sich die Werte nicht verschlechtern, und - wie Claus schreibt - der Druck beim Gasgeben sofort hoch geht, praktisch wie ein Drehzahlmesser. 0.1 im Leerlauf und 2 bei 2000 Touren würde bei mir die rote Lampe angehen lassen....!
Die einfachste Kontrollmethode ist der Tausch des Ölfilters, und den alten akribisch auf Metallpartikel untersuchen. Da sich die Metallspäne aber unten ansammeln und nicht zwingenderweise von der Ölpumpe angesaugt werden wird man bei akutem Verdacht nicht darum herum kommen die Ölwanne abzubauen und auf Metallpartikel zu untersuchen. Man kann einen Lagerschaden auch akustisch hören, der Motor rrrrrollt beim schnellen Lastwechsel etwas nach, aber wenn man's hört ist es eigentlich bereits zu spät.
Mir liegt es fern hier irgendwelche Panik zu erzeugen, man sollte diese Möglichkeit aber auch nicht kategorisch verwerfen....
Grüsse aus Holland
Michael
ich habe damals Autos gefahren wie W110, W111, W108, W109, und W116. Damals gab's ja keine Elektronikprobleme (okay, der 116er hatte bereits ein Steuergerät, aber das war's dann auch), dafür war man empfänglich für alles mechanische. Ich habe 4 oder 5 Motoren wegen Lagerschaden ersetzen müssen, und das war damals irgendwie normal. Aus dieser Zeit stammt ja auch die Öldruckanzeige, die dann zum Markenzeichen wurde, und die hatte ich - genauso wie die Wassertemperatur - immer im Auge. Man hatte die Eckwerte abrufbereit im Kopf - Leerlauf kalt 3, Leerlauf warm 1 komma nochwas, und ab 1500/200 Touren immer 3 am Anschlag. Wichtig war dabei die Reaktionszeit des Zeigers beim Gasgeben aus dem Leerlauf heraus, das muss zack-zack gehen, ging er nur langsam hoch, dann war mindestens ein Lager - Haupt oder Pleuel - dabei sich zu verabschieden.
Heute sind Lagerschäden zwar erheblich seltener, aber nicht ausgestorben. Gründe können sein - auch in Kombination - hohe Laufleistung, überzogene Ölwechselintervalle, schlechtes (d.h. betrügerisches Öl, kommt in den USA immer wieder vor), hohe Drehzahlen des kalten Motors, wiederholter Ölwechsel ohne Filtertausch, und wohl auch noch einige andere wie z.B. unfachmännische Motorüberholung.
Die Öldrücke im Kaltbereich sind heute leicht anders als damals, hat u.a. mit den besseren Kälteeigenschäften der Motoröle zu tun. Leerlauf kalt 2 halte ich für noch okay, und warm kann er unter 1 abfallen. Wichtig ist dabei aber, dass sich die Werte nicht verschlechtern, und - wie Claus schreibt - der Druck beim Gasgeben sofort hoch geht, praktisch wie ein Drehzahlmesser. 0.1 im Leerlauf und 2 bei 2000 Touren würde bei mir die rote Lampe angehen lassen....!
Die einfachste Kontrollmethode ist der Tausch des Ölfilters, und den alten akribisch auf Metallpartikel untersuchen. Da sich die Metallspäne aber unten ansammeln und nicht zwingenderweise von der Ölpumpe angesaugt werden wird man bei akutem Verdacht nicht darum herum kommen die Ölwanne abzubauen und auf Metallpartikel zu untersuchen. Man kann einen Lagerschaden auch akustisch hören, der Motor rrrrrollt beim schnellen Lastwechsel etwas nach, aber wenn man's hört ist es eigentlich bereits zu spät.
Mir liegt es fern hier irgendwelche Panik zu erzeugen, man sollte diese Möglichkeit aber auch nicht kategorisch verwerfen....
Grüsse aus Holland
Michael
[B]Gr

